Friedensprozession in Bielefeld setzt ein Zeichen für Frieden und Verständigung
Unter dem Leitgedanken von Frieden, Dialog und gegenseitigem Respekt fand in Bielefeld auch in diesem Jahr die traditionelle Friedensprozession statt. Zahlreiche Bürgerinnen und Bürger sowie Vertreter verschiedener Religionsgemeinschaften kamen zusammen, um gemeinsam ein Zeichen gegen Krieg und Gewalt und für ein friedliches Miteinander zu setzen.
Die Veranstaltung begann am Rathaus mit einer Schweigeminute zum Gedenken an die Opfer von Krieg, Terror und Gewalt. Anschließend führte die Friedensprozession durch die Bielefelder Innenstadt über die Heeper Straße bis zur Yunus-Emre-Moschee.
Dort eröffnete Herr Schaible das Vortragsprogramm. In seiner Ansprache erinnerte er an die Bedeutung von Frieden, Brüderlichkeit und gegenseitigem Verständnis. Mit den Worten „Möge die nukleare Bedrohung nie wieder die Menschheit bestimmen.“ rief er dazu auf, Konflikte ausschließlich durch Dialog und Diplomatie zu lösen.
Anschließend begrüßte Şakir Yelpaze, stellvertretender Vorsitzender der Yunus-Emre-Moschee, die Teilnehmenden. Er betonte die Bedeutung des interreligiösen Austauschs und hob hervor, dass Frieden dort beginnt, wo Menschen unterschiedlicher Herkunft und Religion miteinander ins Gespräch kommen und sich mit Respekt begegnen.
Es folgte der Vortrag von Dr. Angelika Claussen, Vorsitzende der deutschen Sektion der IPPNW (Internationale Ärztinnen und Ärzte für die Verhütung des Atomkrieges) sowie Vizepräsidentin der Organisation. In ihrer bewegenden Rede erinnerte sie an die Atombombenabwürfe auf Hiroshima und Nagasaki und machte auf die bis heute anhaltenden Folgen von Atomwaffen aufmerksam. Sie appellierte eindringlich an Politik und Gesellschaft, den Weg der Diplomatie und der Kommunikation zu wählen, um Konflikte friedlich zu lösen und eine Welt ohne nukleare Bedrohung zu ermöglichen.
Zum Abschluss richtete Bekir Erzan, Vorsitzender der BIG – Dachverband der Moscheen in Bielefeld, das Wort an die Anwesenden. Er dankte allen Beteiligten für ihr Engagement und unterstrich, wie wichtig der gemeinsame Einsatz für Frieden, gesellschaftlichen Zusammenhalt und ein respektvolles Miteinander sei. Veranstaltungen wie die Friedensprozession zeigten, dass Menschen verschiedener Religionen und Kulturen gemeinsam Verantwortung für eine friedliche Zukunft übernehmen können.
Nach den Redebeiträgen kamen die Teilnehmenden in der Teestube der Yunus-Emre-Moschee zusammen. Bei türkischem Çay und traditionellem Gebäck bot sich die Gelegenheit zum persönlichen Austausch und zu anregenden Gesprächen. Die herzliche Atmosphäre machte deutlich, dass Frieden nicht nur in Reden, sondern vor allem in Begegnungen und im gegenseitigen Verständnis entsteht.
Die Friedensprozession endete mit einem gemeinsamen Zeichen der Hoffnung. Sie machte deutlich, dass Frieden, Menschlichkeit und Dialog Werte sind, die Menschen unabhängig von Herkunft, Religion oder Kultur miteinander verbinden.